Wustweiler Brief 2016

Hallo Ihr Lieben in Nah und Fern,

das alte Jahr geht zur Neige; freuen wir uns auf 2017 – ein Jahr, in dem es endlich wieder ein Dorffest geben wird. Bevor wir Euch von dem ereignisreichen- fast vergangenen- Jahr erzählen, überbringen wir euch Ex-Wuschdweilerern erst einmal unsere  herzlichen  Weihnachtsgrüße!  Lasst  Euch  von  der  33.  Auflage   unseres „Wustweiler Briefes“ überraschen und erheitern!

Schwungvoll begrüßten wir das neue Jahr gleich am 3. Januar mit dem Neujahrsempfang. Bei gutem Essen und Trinken wurde viel „gesproocht“ und unser Ortsvorsteher Knut Kirsch führte durchs kurzweilige Programm. Marianne Lorscheid, die langjährige Leiterin unseres Kindergartens, wurde in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschiedet; das Team rund um Familie Wetterau für ihr Engagement bei der Integration der syrischen Flüchtlinge gewürdigt und musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Männergesangverein 1881 und den Wustweiler Alphornbläsern. Die stellvertretende Bürgermeisterin von Woustviller, Mariette Breitung lobte den Empfang als „ein Fest, das verbindet, befreit und neuen Schwung  in  die Partnerschaft bringt“. 2016 war schließlich auch das Jahr, in dem wir 20 Jahre Deutsch-Französische Freundschaft ausgiebig feierten. Aber dazu später mehr…

 

Unter dem Motto „Zirkus Halligalli“ brachten unsere Ischele in den beiden ausverkauften Kappensitzungen gehobenen Nonsens, geschliffenen politischen Witz, Pointen reiche Büttenreden und akrobatische Tanzeinlagen, die einem den Atem raubten. Als Zirkusdirektor machte Gerdi Spaniol eine hervorragende Figur! Ischelpräsident Christoph Meiser begrüßte zahlreiche Prominenz u. A. auch unsere neu gekürte Heimat- und Kulturpflegerin, die er versehentlich als „Verkehrspflegerin“ titulierte. Die selbige nahm es mit Humor und wies darauf hin, dass sie in Wustweiler nicht für den Verkehr sondern die Kultur zuständig sei…

 

Wenn anderswo Sommerpause gemacht wurde, ging es bei uns in Wustweiler spannend weiter:

 

Es wurde zusammen mit der Gemeinde Illingen und der HTW ein interessantes Projekt in Sachen Wiedernutzung des leerstehenden Gasthauses „Zum Bäcker“ angestoßen. Mit dem Projekt „Häuser -vorher- nachher“, das Professorin Eve Hartnack zusammen mit ihren Architekturstudentinnen und –Studenten am Beispiel des Gasthauses durchführte, konnte man miterleben, dass die Wustweiler viel Interesse an Neuem haben; aber auch das Alte erhalten wollen. Zu mehreren Infoveranstaltungen und auch zur Preisverleihung der besten architektonischen Vorschläge begrüßten wir viele Bürgerinnen und Bürger im leerstehenden Gasthaus selbst und in den Räumen der VHS. Geplant ist eine Neunutzung des Gasthauses mit An- und Zusatzbauten, die Raum für Begegnungen, Gesundheit und Fitness und auch Wohnraum bieten für alle Generationen. Jetzt fehlen uns nur noch Investoren zur Umsetzung der tollen Ideen.

 

Im Gasthaus „Zum Bäcker“ war dann doch noch mehr los im Sommer 2016- der Dorfgemeinschaftsverein, der für die Planung des Dorffestes zuständig ist, hatte zum EM- Public Viewing die Lokalität kurzerhand zur Fußball Arena umfunktioniert; mit Liveübertragung, Wettspiel und toller Stimmung selbstverständlich!

Neuland betraten wir mit der Neuausrichtung unserer „Kerb“ Anfang Juni. Die Kirmes wurde zu einer Kindermitmachkirmes- ohne Fahrgeschäfte; aber mit kostenlosen Spielangeboten vom Spielemacher „Rab´atz“ auf der grünen Wiese vor der Seelbachhalle. Die Kinder und Eltern waren begeistert vom neuen Konzept- im nächsten Jahr gibt es eine Neuauflage. Für die jungen Erwachsenen gab es natürlich am Samstagabend die traditionelle Kirmesdisco mit DJ Jan Leist, bei der auch „jung Gebliebene“ ordentlich abrockten.

 

Dienstags nach unserer Kirmes kam der Schock. Ein Starkregenereignis traf Wustweiler und Dirmingen. In Wustweiler waren ca. 20 Familien betroffen. Einliegerwohnungen und ganze Keller wurden binnen Minuten geflutet. Die braune Brühe machte alles unbrauchbar. Im Bereich des Seelbaches und des Düsterbaches brachen Dämme und verwüsteten Gärten und Wiesen und unseren Sportplatz.  Dieser war fortan nicht mehr bespielbar und musste erneuert werden. Glücklicherweise kamen keine Personen zu Schaden.

 

In dieser Situation zeigte sich Wustweiler als Solidargemeinschaft. Nachbarn waren überall zur Stelle, um nach dem unermüdlichen Einsatz unserer Feuerwehr, bei den Aufräumarbeiten behilflich zu sein. Einigen Familien, die am schwersten betroffen waren, wurde aus dem Wustweiler Notfonds eine kleine erste finanzielle Hilfe übergeben. Der Notfonds, gegründet anlässlich des ersten Wustweiler Dorffestes 1982, ist für solche Katastrophen gedacht und kann hier unbürokratisch Hilfe leisten.

 

Gehört- Gefühlt- Gelebt! Das war das Motto beim diesjährigen WUSTOCK Festival. 3 Tage wurde in einer anderen Welt gelebt; das Miteinander, das so selten ist in unserer heutigen Zeit, wurde gelebt und hat so manchen daran erinnert, dass man gemeinsam mehr erreichen kann, als ein Einzelner alleine. An die 20 Gruppen gaben ihre Musik zum Besten- ein tolles Festival. Da die Künstler wie all die Jahre zuvor allesamt kostenlos auftraten, konnte wieder eine größere Summe dem guten Zweck zugeführt werden.

 

Anlässlich der Feier zum französischen Nationalfeiertag besuchten wir am 09. Juli  mit über 20 Wustweilern unsere Freunde in Woustviller. 20 Jahre Freundschaft mit Woustviller und 50 Jahre Heimat- und Verkehrsverein Wustweiler galt es  bei  uns am 3. und 4. September zu feiern. Den Auftakt machte samstags abends ein Gottesdienst gestaltet von den beiden Chören. Zur 50- Jahrfeier gab es einen

Stehempfang mit den Vereinsvorsitzenden in und vor der ALT SCHOOL. Die ehemaligen Vorsitzenden waren auch anwesend und wurden von der neuen Vorsitzenden Marie Luise Herber besonders geehrt. Gleich am nächsten Tag ging es weiter mit dem Jumelage Fest. Dieses Fest hat die 20-jährige Freundschaft mit unserer Partnergemeinde nicht nur auf dem Papier erneuert. Die Heimat- und Kulturpflegerin brachte das in ihrem Grußwort folgendermaßen zum Ausdruck: „Was vor 20 Jahren begann, lebt heute weiter; blüht wieder auf bzw. trägt neue Früchte“. Beispielhaft für „neue Früchte“ sind die neu geknüpften Bande zwischen den Obst- und Gartenbauvereinen und den Bruderschaften zu nennen. So begrüßten wir  unsere französischen Freunde auch bei der 750- Jahrfeier von Gennweiler, dem Feuerwehrfest und vielen anderen Gelegenheiten.

 

Am Samstag, dem 10. September veranstaltete der Freundeskreis IlltalerLand e.V. das nunmehr 3. kulinarische Wanderwegefest zwischen Eppelborn und Illingen.  Bei gutem Wetter machten sich Scharen von Wanderern auf die 18 km lange Wanderung. Sie rasteten in Wustweiler beim Obst- und Gartenbauverein und der Langlaufgemeinschaft. Mal wieder ein Highlight in diesem Jahr! Der OGBV war dann auch beim traditionellen Tartefest am Nationalfeiertag sehr zufrieden mit den Gästen und der tollen Stimmung am Stand an der Kelter.

Ausruhen war für die „Gartenbauer“ auf jeden Fall nicht angesagt; folgte dem Tartefest direkt schon unser Grommbeermarkt, den wir unter der Regie des HVVs zusammen mit Familie Spreitzer zum ersten Mal am 8. Oktober veranstalteten. Dort haben mehrere Vereine Köstlichkeiten aus echten Wuschdweila Grommbeere vor  Ort – am Stollen vor der Seelbachhalle – gekocht und den zahlreichen Besuchern  zum Verzehr angeboten. Es müssen um die 500 Essensportionen gewesen sein! Ein gelungener Auftakt für unseren Kartoffelmarkt- nächstes Jahr machen wir das wieder und freuen uns, den ein oder anderen Ex-Wuschdweilera vielleicht begrüßen zu können.

 

Anfang Oktober wurde nicht nur gefeiert, sondern auch viel geschafft. Mit großer Begeisterung trafen sich ungefähr 80 Kinder Ende Oktober im Feuerwehrgerätehaus, um ihren Rommele ein Gesicht zu geben. Mit Feuereifer waren nicht nur die Kinder am Werk, auch die Eltern und Großeltern entwickelten beim Schnitzen großen Ehrgeiz. Ein herzliches Dankeschön an die Feuerwehr, die ihre Fahrzeughalle zur Verfügung gestellt hat und auch für Essen und Trinken sorgte. Rommelschnitzen ist schwere Arbeit und macht hungrig und durstig. Danach zogen die Kinder mit ihren leuchtenden Rommele nach Hause. Eine ganz tolle Veranstaltung, die mittlerweile schon Tradition hat.

 

„Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“: Wenn Kinder durch die Straßen ziehen, selbst gebastelte Laternen in der Hand haben und fröhlich Lieder singen, ist es Zeit für den St-Martins-Umzug. Das Team des Kindergartens, der neue Förderverein, die Eltern und viele weitere halfen bei der Vorbereitung. Nach der Andacht in der Kirche zogen die Kleinen an die Seelbachhalle. Voran ritt Michael Oswald als Sankt Martin. Mit kräftiger Unterstützung des Musikvereins wurden Martinslieder gesungen. An der Halle wartete die Feuerwehr auf alle Beteiligten mit einem prasselnden Martinsfeuer, Kinderpunsch, Glühwein und Brezeln.

 

Abschließend wünschen wir Euch, stellvertretend für alle Wustweiler Mitbürger, eine gesegnete Weihnachtszeit, einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein glückliches  und gesundes Jahr 2017.

 

Wustweiler, im Dezember 2016

 

 

Knut Kirsch Maria Luise Herber Hans Dieter Schwarz
Ortsvorsteher Heimat- und Kulturpflegerin 2. Schriftführer HVV

 

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