Wustweiler Brief 2014

Hallo Ihr Lieben in Nah und Fern,
wir nähern uns mit Riesenschritten dem Jahr 2015 und damit ist es wieder Zeit, Euch Ex-Wuschdweilerern unsere Weihnachtsgrüße zu überbringen und über das fast vergangene Jahr und die Geschehnisse in unserem Ort mit der 31. Auflage unseres „Wustweiler Briefes“ zu berichten.

Viele Wustweiler Bürger hatten sich wieder auf den Weg in die Seelbachhalle gemacht, um das neue Jahr zu begrüßen. Humorvoll und pointiert ließen unser Ortsvorsteher Hans-Dieter Schwarz und Frank Neuhardt am Neujahrsempfang das Jahr 2013 Revue passieren. Selbstverständlich waren auch unsere Freunde aus Woustviller gekommen. Diese lebendige Partnerschaft hat nun eine besondere Ehrung erfahren. Die Europabeauftragte der Landesregierung, Frau Helma Kuhn-Theis überbrachte die Partnerschaftsplakette für deutsch-französische Partnerschaft. 

Zweimal ausverkauft, was sonst, unsere beiden Kappensitzungen im Februar! Tolle Tanzeinlagen unserer Mädchengarden, ein Männerballett, das die Zuschauer aus den Sitzen riss, geschliffener politischer Witz, herrliche Büttenreden und gehobener Nonsens, einfach nur Klasse. Ein Urgestein der Ischele, Meister des Blödsinns, der unvergleichliche Wolfgang Behr wurde zum Ehrenischel ernannt. Alleh hopp!

Das Frühjahr kam, ohne dass der Winter wirklich da war. Eine besonders gelungene Aktion nahm ihren Lauf. Rainer und Matthias Spreitzer säten im Kindergarten mit den Kindern Runkelrüben, auf gudd Wuschdweiler Platt Rommele genannt. Nach ein paar Wochen waren die Pflänzchen bereit, wurden aufs Feld gebracht und liebevoll von den Vorschulkindern eingepflanzt. Rainer und Matthias hatten den Acker schon vorbereitet und gaben natürlich Hilfestellung. Regelmäßig besuchten die Kinder im Laufe des Jahres ihre Rüben, um deren Wachstum zu verfolgen.

90 Jahre Sankt Barbara-Bruderschaft Wustweiler galt es am 9. Mai zu feiern. 23 Fahnenträger befreundeter Bruderschaften gaben dem Dankgottesdienst ein besonders festliches Gepräge. Nach dem Ende des Bergbaus im Saarland bewahren die Bruderschaften Tradition und Kultur ihres Berufstands. Die Barbara-Bruderschaft in Wustweiler schaut aber auch nach vorne und gestaltet das Gemeindeleben aktiv mit.
Natürlich auch am Wustweiler Dorffest, das vom 27. Juni bis zum 30. Juni stattfand. Eigentlich begann es bereits traditionell 14 Tage früher mit dem Kleinkunstabend am Kirmeswochenende. Musikanten, Sänger, Akrobaten, Jongleure und die sakrale Tanzgruppe sorgten für einen sehr unterhaltsamen Abend. Auch Michael Jackson gab sich die Ehre: Lukas Spaniol verkörperte den großen Künstler grandios. Wer an diesem Abend nicht dabei war, hat wirklich etwas verpasst. Sonntags darauf besuchte uns der saarländische Rundfunk mit seiner Reihe: „Fragen an den Autor“.  Der bekannte Kabarettist Werner Schneyder, ein interessanter Mann mit bewegter Lebensgeschichte, las aus seinem neuen Buch: „Von einem der auszog, politisch zu werden“ und beantwortete viele Fragen aus dem Publikum. SR 2 besucht uns sehr gerne in unserer schönen Halle in Wustweiler, so dass wir uns noch auf viele weitere Buchvorstellungen freuen können. An diesem Dorffest meinte Petrus es etwas besser mit uns: Statt an drei Tagen wie beim letzten Mal, ließ er es nur samstags regnen. Ein großer Moment für den neuen Fallschirm, der seine Bewährungsprobe tadellos hinter sich brachte. Er wurde gemeinschaftlich vom ehemaligen Verein Flic-Flac-Team und dem Dorfgemeinschaftsverein finanziert. Das Programm unseres Dorffestes war wie immer bunt und vielfältig. Besonders gelobt wurde das Kinderprogramm, bei dem sich alles um Pippi Langstrumpf und die Welt von Astrid Lindgren drehte. Viele unterschiedliche Musikgruppen mit verschiedenen Musikstilen, das kulinarische und kulturelle Angebot, Aqua Soccer, das Miteinander, alles das macht den Erfolg unseres Festes aus. Allerdings ging dieses 12. Dorffest in die Verlängerung. Die deutsche Fußballnationalmannschaft stürmte bis zum Weltmeistertitel! Die junge Mannschaft unseres Festes funktionierte die Seelbachhalle ganz schnell zur Public Viewing Arena um. Ab dem Achtelfinale war immer volles Haus in unserer Halle. Beim schon legendären Halbfinale gegen Brasilien bebten Fußboden und Wände und nach dem Gewinn des Finales gab es kein Halten mehr. Schön, dass das Team des neuen Dorfgemeinschaftsvereins diese tollen Veranstaltungen möglich gemacht hat. Um die Zukunft unseres Festes braucht man sich keine Sorgen zu machen. Das Orgateam hat sich stark verjüngt und bringt neue Ideen ein, nicht nur für das Dorffest. Alle Mitglieder des Orgateams engagieren sich auch in vielen weiteren Vereinen. Wir freuen uns jetzt schon auf 2017 und hoffen dort wieder viele Ex-Wuschdweilerer wiederzusehen.

Ein Handwerksbetrieb mit Tradition feierte im September Geburtstag. Tischlermeister Paul Johänntgen übernahm am 01. August 1964 die Schreinerei Engel. 1998 übernahm sein Sohn Georg Johänntgen sen. den Betrieb. Mit dessen Sohn Georg Johänntgen jun. ist mittlerweile die dritte Generation im Unternehmen tätig. Herzlichen  Glückwunsch!
Die saarländischen Kommunalwahlen am 25. Mai änderten das Kräfteverhältnis der Wustweiler Parteien. Die Listenverbindung SPD und Grüne erhielt die meisten Stimmen.
Am 1. August war die konstituierende Sitzung des neuen Ortsrates. Erstmals in der Geschichte Wustweilers, traditionell CDU-Hochburg, konstituierte sich ein Ortsrat mit sozialdemokratischer und grüner Mehrheit. Erwartungsgemäß wählte die Fraktionsgemeinschaft  Knut Kirsch ins Ortsvorsteheramt.
Hans-Dieter Schwarz gab nun nach 20 Jahren, 18 Jahre als Ortsvorsteher und zwei Jahre als dessen Stellvertreter, die Führung im Ort ab. Trotz viel Lob von allen Seiten war es ein schwerer Abschied. Er versprach jedoch, auch weiter im Rat für die Zukunft des Ortes zu arbeiten. Knut Kirsch freute sich auf sein neues Amt und verbürgte sich dafür, mit vollem  Einsatz die neuen Aufgaben zu bewältigen. Er äußerte die Hoffnung, dass die Zusammenarbeit im Ortsrat weiterhin so gut, produktiv und respektvoll bleibt.

Am Samstag, dem 13. September veranstaltete der Freundeskreis IlltalerLand e.V. erstmalig ein kulinarisches Wanderwegefest zwischen Eppelborn und Illingen. Bei bestem Wetter machten sich Scharen von Wanderern auf die 18 km lange Wanderung. Sie rasteten in Wustweiler beim Obst- und Gartenbauverein und der Langlaufgemeinschaft. Manche rasteten so oft auf der Strecke, dass sie kaum den Weg bis zum Abend schafften.

Ein weiteres Fest folgte am 5. Oktober: 25 Jahre Heimatstube wurden gefeiert. In seiner Laudatio erinnerte Hans-Dieter Schwarz an die Geschichte der „Alt School“. Das alte Schulhaus wurde 1868 erbaut. Bereits 1890 musste das Gebäude erweitert werden. Nach der Saarabstimmung 1935 fanden darin Heimatabende von Jungvolk, HJ und BDM statt. Während der Kriegsjahre wurden Soldaten einquartiert und die Räume unserer „Alt School“ wurden gar als Arrestzellen missbraucht. 1956 war die Nutzung des Gebäudes als Schule vorüber. Vorübergehend fungierte es als Bauhoflager und später als Treffpunkt der Jugend unseres Dorfes. Die ehemalige Lehrerwohnung ist heute das Büro des Ortsvorstehers, in früheren Jahren war sie der Dienstraum des Bürgermeisters. Die Entstehung unserer jetzigen Heimatstube haben wir vielen engagierten Heimatforschern zu verdanken.

Anfang Oktober wurde nicht nur gefeiert, sondern auch viel geschafft. Die Rommele wurden von Matthias, Rainer und den Kindern bei allerschönstem Herbstwetter geerntet. Mit großer Begeisterung trafen sich ungefähr 80 Kinder Ende Oktober im Feuerwehrgerätehaus, um ihren Rommele ein Gesicht zu geben. Mit Feuereifer waren nicht nur die Kinder am Werk, auch die Eltern und Großeltern entwickelten beim Schnitzen großen Ehrgeiz. Vier Kinder vom Verein Lebenshilfe e.V. haben mitgewirkt, auch ihnen hat es großen Spaß gemacht. Ein herzliches Dankeschön an die Feuerwehr, die ihre Fahrzeughalle zur Verfügung gestellt hat und auch für Essen und Trinken sorgte. Rommelschnitzen ist schwere Arbeit und macht hungrig und durstig. Danach zogen die Kinder mit ihren leuchtenden Rommele nach Hause. Eine ganz tolle Veranstaltung, die auf jeden Fall wiederholt wird und ganz herzlichen Dank an Rainer und Matthias Spreitzer.
(Anmerkung des Webmasters: Fotos vom Rommelschnetze sind in der Fotogalerie zu sehen)

„Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“: Wenn Kinder durch die Straßen ziehen, selbst gebastelte Laternen in der Hand haben und fröhlich Lieder schmettern, ist es Zeit für den St-Martins-Umzug. Das Team des Kindergartens, Eltern, unsere Pastoralreferentin Bärbel Warken und viele Weitere halfen bei der Vorbereitung. Nach der Andacht in der Kirche, die von Kommunion- und Kindergartenkindern gestaltet wurde, zogen die Kleinen an die Seelbachhalle. Voran ritt Michael Oswald als Sankt Martin. Mit kräftiger Unterstützung des Musikvereins wurden Martinslieder gesungen. An der Halle wartete die Feuerwehr auf alle Beteiligten mit einem  prasselnden Martinsfeuer, Kinderpunsch, Glühwein und Brezeln.
Dr. Benno König erinnert in seinem neuen Buch an die lange geistliche Tradition unseres Ortes. Darin beschreibt er die Geschichte unserer Pfarrgemeinde „Herz Jesu“ und die Lebenswege der Frauen und Männer Wustweilers, die sich für ein Leben im Dienste der Kirche entschieden haben. Jedem Wustweiler Brief liegt ein Exemplar als Weihnachtsgeschenk des Autors bei. Vielen Dank für diese großzügige Spende.

Alles, was sich bei uns im Dorf tut, findet Ihr auch im Internet auf den Facebookseiten unseres Ortes „Kulturort Wustweiler“, „Heimat- und Verkehrsverein Wustweiler“, auf Youtube in den zahlreichen Videos von Herbert Eiden sowie auf der Homepage www.wustweiler.illingen.de.

Abschließend wünschen wir Euch, stellvertretend für alle Wustweiler Mitbürger, eine gesegnete Weihnachtszeit, einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein glückliches und gesundes Jahr 2015.

Wustweiler, im Dezember 2014

 

 

Knut Kirsch

Hans-Dieter Schwarz

Herbert Eiden

Maria Forster

Ortsvorsteher seit
01.08.14

Ortsvorsteher bis
31.07.14

Vorsitzender Heimat-
und Verkehrsverein

Heimat- und Kulturpflegerin

Wustweiler Brief 2014 download als PDF Datei