Wustweiler Brief 2001

Wustweiler, im Dezember 2001

Hallo, Ihr Lieben in Nah und Fern,

mit den Wünschen “Frieden im Kleinen und Grossen” haben wir unseren Brief vor einem Jahr geschlossen, ein “frommer Wunsch”?
Im Folgenden nun ein paar Zeilen aus der “Süddeutschen Zeitung” vom 21. September: “Die entsetzlichen Bilder aus Amerika, im Fernsehen wieder und wieder gezeigt, haben wir vor uns. So schnell werden sie uns auch nicht loslassen. Psychologen sagen, dass nur ein Drittel von uns Fernsehzuschauern relativ unbelastet bleibt. Bei einem weiteren Drittel verlieren die Bilder, so heißt es, ihren unmittelbaren Schrecken erst nach Wochen, beim letzten Drittel donnern geträumte Flugzeuge noch Jahre danach durch den Schlaf… Die Alten, so sagen die Psychologen, haben erlebt, wie die Welt zweimal in´s Verderben gefallen ist, sie fürchten die Wiederholung.

Für die Kinder, die mitten in einem der Übergänge des Lebens sind, ist das, was sich ereignet, die erste große Weltkrise. Von der mittleren Generation heißt es, sie werde am Ehesten damit fertig, weil sie aufgewachsen ist in dem Bewusstsein, dass es eine Bedrohung durch Atomwaffen gibt, die es aber auch gelernt hat, dass das System funktioniert, die Kontrolle erhalten bleibt. Aus der Bedrohung, so sehe es die mittlere Generation, werde keine unmittelbare Gefahr.”

Keine unmittelbare Gefahr? Da kann man nur hoffen, dass dies so bleibt. Für die Soldaten, die nach Afghanistan entsandt werden, gilt diese Einschätzung schon mal nicht mehr.

Mit diesen ernsten Worten beginnt also unser Brief aus der “alten” Heimat. Wo wir, Absender und Empfänger des Briefes auch sind: Die Ängste sind überall. Und auch in diesem Jahre wünschen wir Euch und uns vor Allem: Friede im Kleinen und im Großen.

Das Geschehen in unserem Dorf war auch in diesem Jahre bunt und vielfältig. Nach wie vor ist das ehrenamtliche Engagement groß, in Vereinen, in der kommunalen Politik, bei Pflegepatenschaften, innerhalb der Kirche. Drei Vereine feierten Geburtstag: der MGV wurde 120, das DRK 65 und die Schützenbruderschaft 40 Jahre alt. Die stolze Spendensumme von 18.000 DM kam beim Open-Air “Wustock 2001” zusammen! Und auch sonst ist die Opferbereitschaft beachtlich. Das hat sich gerade in diesen Tagen wieder gezeigt. Am 25. November nämlich konnte die neue Orgel der Pfarrkirche Herz-Jesu geweiht werden. Sie hat 22 Register, die Erweiterung auf 33 ist beabsichtigt. Es gibt schon jetzt viele Stimmen von Orgelsachverständigen, die von der Klangqualität des Instrumentes, das – gebraucht und doch neu ist – begeistert sind.

Bald ist es soweit: Das Projekt der Familie Meiser geht seiner Vollendung entgegen!
Die Statio soll ein Haus zum Innehalten und gleichzeitig eine Stätte der Kunst sein.

Auch in mehr “weltlichen” Bereichen hat sich Vieles getan. Das gilt für die Fertigstellung der Kläranlage ebenso wie für den Dorfplatz vor der Halle. Die überdachte Bühne wurde erweitert und der Stollennachbau durch die St. Barbara Bruderschaft ist entstanden. An unserem Sportplatz haben sich Sportverein “Germania” und die Gemeinde mächtig angestrengt. Entstanden sind außer dem Kunstrasenplatz eine Beachvolleyball- und eine  Weitsprunganlage. Sehen lassen kann sich auch der neue Kinderspielplatz an der Seelbachhalle.
Dieser Spielplatz hat seine eigene Geschichte! Die Mitglieder des Wustweiler
Kinderparlamentes waren in die Planung einbezogen. Sie haben entschieden, welche Spielgeräte angeschafft wurden. Jeweils zwei Kinder unserer Grundschulklassen gehören dem Kinderparlament an und lernen so Demokratie!

Auf dem Platz vor der Halle, in der Seelbachhalle und schließlich auch in der “Alt School” wird sich in wenigen Monaten wieder das abspielen, auf das Viele warten, das Wustweiler Dorffest! Vom 21. bis zum 25. Juni findet es statt und auch die achte Auflage soll wieder zu einem Riesenereignis werden. Natürlich werden wir rechtzeitig über die Programminhalte informieren und wollen wir vor Allem eines erreichen: Wer kommen kann, sollte an den Dorffesttagen nach Wustweiler kommen.
Vorgesehen ist übrigens ein eigener Treffpunkt für unsere “Ehemaligen”, vermutlich am frühen Samstagabend. Dann wollen wir persönlich nicht nur Guten Tag sagen, sondern auch über das Eine oder Andere informieren und überhaupt:
ein wenig zusammen zu sein. Wir sagen es schon mal ganz deutlich:
Herzlich Willkommen!

Vom Arbeitskreis Heimatkunde ist zu berichten. Nach der Herausgabe des Wanderführers durch Wustweiler wird zur Zeit eine Information über unsere Pfarrkirche vorbereitet.
An einem Überblick über alle möglichen Gewerbebetriebe und Gewerbearten, die es Wustweiler mal gegeben hat, wird ebenfalls gearbeitet. Über beide Projekte später mehr.
In unseren modernen Zeiten gibt’s immer neue Kommunikationsmittel, so beispielsweise auch das Internet. Richard Schönenberger, Mitarbeiter im Arbeitskreis Heimatkunde und Raimund Kiefer, Mitarbeiter im Video-Film-Fotoclub haben im Rahmen ihres ehrenamtlichen Engagements eine Homepage über Wustweiler entwickelt. Die Adresse der Wustweiler
Seite(n) : www.wustweiler.illingen.de .
Wer die Möglichkeit hat, sollte einfach mal reinschauen. Es lohnt sich. Auch der Wustweiler Brief ist dort zu finden. Der wird aber weiterhin auch auf herkömmliche Weise in´s Haus flattern.

Vor allem für alle, die weiter weg wohnen soll auf ein Projekt an dieser Stelle noch
hingewiesen werden. Es ist ein Projekt der Gemeinde Illingen und steht da, wo das alte Pfarrheim gestanden hat. Gemeint ist das Kulturforum Illingen, die “Illipse”! Das Haus, gerade eingeweiht, hat viele Bewunderer gefunden. Es ist wirklich etwas “Besonderes”! Die Illipse kann zu einem wesentlichen Identifikationsfaktor für alle Illinger – egal aus welchem Ortsteil – werden.

Liebe “Ehemalige”, bereits vor´m Dorffest melden wir uns wieder. Den versprochenen Wanderführer reichen wir nach.
Heute wünschen stellvertretend für die – aktuellen – Bewohner unseres Dorfes Wustweiler

 …………… gesegnete Weihnachten und ein gutes Jahr 2002!

 

Hans-Dieter Schwarz
Rudi Marx
Bernhard Schmidt
Ortsvorsteher Heimat- und Kulturpflegerin Vor. Heimat- u. Verkehrverein

 

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