Wustweiler Brief 2025
Wustweiler, im Dezember 2025
Hallo, ihr Lieben in Nah und Fern,
wenn das Jahr sich neigt und die Tage stiller werden, ist es für uns jedes Mal ein besonderer
Moment, an euch zu denken, an all jene, die Wustweiler im Herzen tragen, auch wenn euch
euer Weg inzwischen an andere Orte geführt hat. Wie jedes Jahr möchten wir euch mit
dieser inzwischen 42. Ausgabe unseres Wustweiler Briefes ein wenig Heimatgefühl schicken
und erzählen, was sich in unserem Dorf in den vergangenen Monaten bewegt hat.
Wustweiler lebt – und genau mit diesem Gefühl möchten wir beginnen.
Zu Jahresbeginn hat sich vieles gewandelt. Unsere Pfarrei Herz-Jesu, die über neun
Jahrzehnte ein vertrauter Mittelpunkt war, wurde gemeinsam mit den Pfarreien
Uchtelfangen, Wiesbach und Humes zur neuen Pfarrei St. Antonius von Padua
zusammengeführt. Die Kirche in Uchtelfangen wurde Pfarrkirche, und doch bleibt alles, was
uns vertraut ist, in unseren Herzen bestehen. Pfarrer Johannes Schuligen begleitet uns
weiterhin als Seelsorger.
Neu entstanden ist auch der Wustweiler-WhatsApp-Kanal, über den ihr – ganz gleich, wie
weit ihr entfernt seid – jederzeit daran teilhaben könnt, was hier geschieht. Vielleicht ist es ja
für manche von euch ein kleines Stück Heimat im Alltag.
Der traditionelle Neujahrsempfang bildete den Auftakt in ein Jahr, das geprägt war von
Gemeinschaft und Zusammenhalt. In der voll besetzten Seelbachhalle führten Ortsvorsteher
Michael Oswald und sein Vorgänger Knut Kirsch gemeinsam durch den Vormittag, und sogar
die Sternsinger schauten vorbei, bevor sie ihre Segenswünsche durch unser Dorf trugen.
Diese Verbundenheit zeigte sich auch im Ortsrat, in dem alle drei Parteien Schulter an
Schulter für unseren Ort arbeiten. Und sie zeigte sich in vielen neuen Impulsen – etwa der
Gründung des Frauenstammtisches, der sich schon nach kurzer Zeit zu einem lebendigen
Treffpunkt für Frauen aller Altersgruppen entwickelte.
Ein traurigerer Abschnitt des Jahres lag im Hosterwald. Der Borkenkäferbefall machte
großflächige Rodungen notwendig. Der vertraute Wald verlor sein altes Gesicht, und manche
Stelle erinnerte eher an eine Mondlandschaft. So schmerzhaft es war, so notwendig war
doch dieser Schritt, um Neues wachsen zu lassen.
Das kulturelle Leben blieb trotz mancher Einschränkung lebendig. Die Kappensitzung der
„Ischele“ fand erneut in Uchtelfangen statt, und dort feierten wir ausgelassen und fröhlich
bis tief in die Nacht. Ebenso gab es nach langer Zeit wieder einen Kindermaskenball — ein
leuchtender Moment für unsere jüngsten Dorfbewohner.
Im April wurde ein neuer Heimat- und Kulturpfleger begrüßt: Thomas Wagner trat die
Nachfolge von Marie Luise Herber an, die das Amt zehn Jahre lang führte. Auch die
Feuerwehr konnte mit Freude ihr neues LF 10 in Dienst stellen – ein wichtiges Fahrzeug für
die Sicherheit unserer Bürger.
Der Arbeitskreis Heimatkunde wurde wiederbelebt und trifft sich nun regelmäßig, um alte
Spuren und Geschichten von Wustweiler und Hosterhof zu bewahren. Traditionell und mit
viel Freude feierten wir auch das Maibaumstellen am alten Spritzenhaus – begleitet von
Jagdhornklängen und den Köstlichkeiten des Obst- und Gartenbauvereins, stellte die
Feuerwehr den Maibaum auf.
Unser Dorf nahm erneut am Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft teil. Viele Bürger brachten
ihre Ideen ein, und wir konnten der Jury zeigen, was schon gewachsen ist und was noch
entstehen soll. Mit einem sehr schönen zweiten Platz waren wir rundum zufrieden. Viel
Vorfreude richtet sich nun auf die Neugestaltung des Außengeländes der „Alt School“, an
dem engagierte Bürgerinnen und Bürger unter dem Namen Pro Wustweiler arbeiten.
Ein Jahr nach dem verheerenden Pfingsthochwasser konnte die Kegelbahn an der
Seelbachhalle wiedereröffnet werden – ein Zeichen dafür, dass auch schwere Zeiten Neues
hervorbringen können.
Sportlich lief es ebenfalls hervorragend: Die SV Germania wurde Meister der Bezirksliga lll
Theel und stieg in die Landesliga Nord auf- ein großer Erfolg.
Unsere Kirmes erlebte nach einigen Jahren wieder Fahrgeschäfte und einen besonders
stimmungsvollen Rahmen mit Live-Musik, Knödelsonntag und vielen Besuchern. Ebenso
feierte das „Team 85″ sein 40-jähriges Jubiläum, begleitet von Freundschaftsspielen,
Wettbewerben und einem Konzert der Dorfband.
Das Egger Straßenfest ging in sein zweites erfolgreiches Jahr und erfüllte ein ganzes
Wochenende lang die Straße mit Lachen, Musik und Begegnungen. Auch wichtige
lnfrastrukturprojekte wie die Seelbachverrohrung kamen voran – eine Erleichterung für viele
Anwohner, die bei Unwettern lange besorgt waren.
Manches musste improvisiert werden: Das erste Klappstuhlkonzert fiel dem Regen zum Opfer
und wurde kurzerhand in die Seelbachhalle verlegt, wo die Zirbelknechte dennoch für beste
Stimmung sorgten.
Die Vorbereitungen für das Dorffest 2026 laufen bereits. Im Juni 2026 wird unser Dorfplatz
an der Seelbachhalle wieder ein Treffpunkt für Jung und Alt sein.
Der diesjährige Grombeermarkt war wieder ein Publikumsmagnet. Bei schönstem
Herbstwetter konnte Mathias Spreitzer seine Kartoffeln verkaufen, und die mitwirkenden
Vereine verwöhnten die zahlreichen Besucher mit ihren Köstlichkeiten rund um die
Grombeer.
Ein wenig später im Jahr brachten die Kinder und Jugendlichen mit ihrem Rommelkopp
Schnitze Licht in die dunklere Jahreszeit. Mit viel Eifer und Kreativität wurden im
Feuerwehrhaus die Rammele ausgehöhlt und liebevoll mit Kerzen bestückt — kleine,
flackernde Lichtpunkte, die das Dorf für einen Moment verzauberten. 2
Ein besonders schmerzlicher Moment war der Abschied vom Gasthaus Bäcker – über 150
Jahre lang ein Ort voller Geschichten, Begegnungen und Erinnerungen. Als die Bagger kamen,
standen viele still dabei, und es tat weh, dieses Stück Dorfgeschichte gehen zu sehen. Bald
soll hier neuer Wohnraum entstehen, doch die Erinnerungen werden bleiben.
Mit der Adventszeit kam auch viel Neues: Ein Adventstreff an der Kelter und an der Alt
School, sowie die Adventsfensteraktion des Frauenstammtisches, bei der jeden Tag ein
anderes, liebevoll geschmücktes Fenster erstrahlt. Kleine Lichtinseln in einer Zeit, die uns
allen guttut.
Wie ihr seht: Es bewegt sich viel in unserem kleinen, geliebten Dorf, und doch bleibt sein
Herz stets dasselbe. Wenn ihr ein wenig teilhaben möchtet, findet ihr auf der Webseite
www.Wustweiler.de viele Bilder und Filme von Raimund Kiefer. Auch den WhatsApp-Kanal
könnt ihr gerne abonnieren, um Wustweiler aus der Ferne ein Stück näher zu sein.
Zum Abschluss möchten wir euch, stellvertretend für alle Bürgerinnen und Bürger
Wustweilers, eine gesegnete Weihnachtszeit wünschen. Möge das neue Jahr euch Frieden,
Gesundheit und viele schöne Momente schenken.
Einen guten Rutsch ins Jahr 2026 – von Herzen aus eurer alten Heimat.
Wustweiler, im Dezember 2025
| Thomas Wagner | Michael Oswald | |
| Heimat- und Kulturpfleger | Ortsvorsteher |
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